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Generationen – von den Boomern über die Millennials bis hin zur Generation Beta, die noch nicht einmal geboren ist, aber bereits einen Namen hat. Jede dieser Generationen bringt eigene Merkmale mit, die oft diskutiert werden und durchaus ihre Berechtigung haben. Für Arbeitgeber stellt das eine Herausforderung dar, da sie den unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnissen einer altersgemischten Belegschaft gerecht werden müssen. Diese Unterschiede spiegeln sich auch im Arbeitsalltag wider: Digitales Know-how trifft auf langjährige Erfahrung, das Streben nach finanzieller Sicherheit auf die Sorge vor dem Verlust des Wohlstands, und bewährte Strukturen auf den Wunsch, alte Grenzen zu überwinden.
Doch muss dies ein Nachteil sein? Können Sie die einzelnen Potenziale nicht vielmehr effizient für Ihren Unternehmenserfolg einsetzen? Und durch geeignete Rahmenbedingungen von den unterschiedlichen Perspektiven und Arbeitseinstellungen profitieren? Wir nehmen die Antwort vorweg: Sie können – und sollten! Bei uns erfahren Sie, wie Sie die Herausforderung zu einer Chance wandeln. Wir informieren Sie über schwelende Generationenkonflikte und unterbreiten Ihnen zugleich effektive Lösungsansätze. Und beweisen so, dass auch Dreiecksverhältnisse Positives bewirken können.
Werte und Einstellungen der Generationen: ein Überblick
Anhand welcher Merkmale werden bestimmte Jahrgänge einzelnen Generationen zugeordnet? Die Wissenschaft definiert Generation als
- grosse Menschenanzahl einer Altersgruppe
- geprägt von identischen geschichtlichen, politischen, kulturellen, gesellschaftlichen Gegebenheiten
- mit dadurch ähnlichen Idealen und Lebenseinstellungen.
Zwar erfährt die Einteilung von Generationen in konkrete Jahrgänge auch Kritik. Doch unstrittig unterscheiden sich einzelne Altersgruppen von anderen. Und ohne künstliche Festlegungen liessen sich Generationskonflikte nicht verstehen.
Derzeit leben sechs Generationen in der Schweiz, die siebte wird ab 2025 geboren. Noch arbeitet auch ihre Vorgängergeneration Alpha nicht. Zwischen 1922 und 1949 geborene Traditionalisten sind bereits im Ruhestand, in den ihr die Boomer Generation bald folgen wird. So verbleiben drei Generationen, die den Schweizer Arbeitsmarkt noch jahrelang dominieren werden. Und mit ihren Werten und Arbeitseinstellungen Ihre Unternehmensführung beeinflussen.
Generation X, 1965 bis 1979
Ihre Eltern sind die Boomer Generation, die nur selten zu Hause war und sich häufig scheiden liess. So wuchsen mit der Gen X Schlüsselkinder heran. Auf sich allein gestellt, mit fragilem Wohlstand durch Ölkrise und kalten Krieg. Das Konsumverhalten der „Generation Golf“ ist markenorientiert, ihre Lebenseinstellung trotz hohen Bildungsniveaus pessimistisch und wenig ehrgeizig. Ihr ideales Berufsleben ist Mittel zum Zweck: Die finanzielle Absicherung muss stimmen. Kollegen sind Kollegen und keine Freunde.
Generation Y, 1980 bis 1994
Die Gen Y hatte eine unbeschwerte Jugend ohne Krieg oder Terror, dafür mit ersten E-Mails und Handys und gutverdienenden Eltern. Diese liessen den „Millennials“ alles durchgehen: Entsprechend gilt die Gen Y als freiheitsliebend und egoistisch. Zudem hinterfragt sie alles – passend daher das im Englischen als „why“ ausgesprochene Y. Auch denn Sinn der Arbeit. Denn das Privatleben geht eindeutig vor.
Generation Z, 1995 bis 2009
Die „Digital Natives“ sind mit Smartphones in der Hand aufgewachsen. Die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt verschwimmen, die Kommunikation erfolgt über soziale Medien und erfordert sofortige Rückmeldungen. Doch die weltweite Vernetzung schürt auch Ängste: Schon im Kindesalter haben die Digital Natives von Terror, Krieg und Klimawandel erfahren. So sorgen sie sich vor der Zukunft – und möchten gleichzeitig die Welt verbessern – gerne auch bei der Arbeit.
Die Generationen in der Arbeitswelt: Kommunikation und Zusammenarbeit
Die gemeinsame Beschäftigung aller drei Generationen erfordert einen schwierigen Spagat. Denn einerseits müssen Sie in Zeiten des Fachkräftemangels Individualwünsche berücksichtigen, andererseits eine allgemein angenehme Betriebsatmosphäre kreieren. Trotz schwelender Generationenkonflikte am Arbeitsplatz:
- Hierarchien sind für die Gen Z keine Option. Millennials kennen autoritäre Führungsstile, bevorzugen aber offene Kommunikationen. Die Gen X hingegen schätzt Respekt gegenüber Vorgesetzten. Und kann die gewünschte Distanzlosigkeit nicht nachvollziehen.
- Die Generation X arbeitet hart in der Hoffnung auf Boni. Spass hat in ihrer Arbeitswelt keinen Platz – so halten sie Millennials und Digital Natives für weniger leistungsbereit. Aufgrund mangelnder Technologiekenntnisse fürchten sie zugleich ihren Arbeitsplatzverlust – und damit junge Fachkräfte.
- Digital Natives kommunizieren über soziale Medien, die Generation Y über E-Mail oder Telefon und die Generation Golf bevorzugt persönliche Gespräche. Ohne Flexibilität bleibt der Austausch auf die jeweiligen Generationen-Jahrgänge untereinander beschränkt.
Dies erfordert Ihr Eingreifen. Nur ein generationenübergreifender Austausch gewährleistet den Erhalt von Wissen und die Ausschöpfung von Ressourcen. Mit einfachen Massnahmen können Sie die betriebsinterne Zusammenarbeit erfolgreich fördern:
- Lenken Sie den Fokus Ihrer Mitarbeiter zu Beginn auf Gemeinsamkeiten. So schaffen Sie Offenheit für spätere divergierende Arbeitseinstellungen
- Verhindern Sie Wissensverlust. In Reverse-Mentoring-Programmen profitieren alle Generationen vom Austausch ihrer Fachkenntnisse untereinander
- Bilden Sie altersdurchmischte Teams für Projekte, ermöglichen Sie Job-Rotationen
- Organisieren Sie Workshops zu einzelnen Generationenkonflikten
- Ermöglichen Sie auch langjährigen Mitarbeitern noch Weiterbildungen
Gegenseitiges Lernen und Wertschätzung führen zum Abbau von Vorurteilen. Sie schaffen eine inklusive Arbeitskultur, verbesserte Betriebsatmosphäre und höhere Effizienz
Was können Sie als Arbeitgeber von den jeweiligen Generationen lernen?
Sie kennen nun die Generationen in der Übersicht. Sie wissen, dass sich Generationenkonflikte überwinden lassen. Doch was können Sie selbst von den Generationen X, Y und Z lernen?
- Stehen Sie den Ansprüchen der Digital Natives offen gegenüber! Nur mit neuen Perspektiven bleibt Ihr Unternehmen am Puls der Zeit. Mit der Aufnahme von sozialem Engagement in Ihren Unternehmensalltag positionieren Sie sich interessierten Fachkräften als moderner Arbeitgeber.
- Millennials sind Teamarbeiter. Sinnstiftende Tätigkeiten, faire Arbeitsbedingungen, freundschaftliche Verhältnisse zu Kollegen haben Priorität. Nehmen Sie sich dies zum Vorbild! Ermöglichen Sie Teamevents und auch älteren Jahrgängen noch Weiterbildungen.
- Die Generation X ist eingefahrene Strukturen gewohnt – und möchte diese beibehalten. Das muss kein Starrsinn sein: Vielmehr ist ihre grosse Zuverlässigkeit ein wesentlicher Pluspunkt. Eignen Sie sich den Pragmatismus und die Lösungsorientierung der Generation Golf an und profitieren Sie von ihrem Erfahrungsschatz.
Sie sehen: Vielfalt am Arbeitsplatz kann Ihnen in Zeiten des Fachkräftemangels und demografischen Wandels sogar in die Karten spielen.
Seine Sie offen gegenüber den Erwartungen der Gen Z. Organisieren Sie abteilungsübergreifende betriebsinterne Veranstaltungen für die Gen X. Und bieten Sie der Gen X Umschulungsmöglichkeiten. So motivieren Sie Ihre Mitarbeiter, locken Fachkräfte an und schaffen langfristig wichtige Wettbewerbsvorteile.