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Dass Menschen mit Weisungsbefugnis ihr Team individuell leiten, ist nicht neu. Ein Wort, das hierbei immer wieder verwendet wird, ist „Führungsstil“. Ob sich ein Mitarbeiter in einem Unternehmen wohlfühlt oder nicht, ist unter anderem davon abhängig, ob der Führungsstil seines Vorgesetzten und seine persönlichen Erwartungen zueinander passen.
Ebenso wie andere Führungsstile zeichnet er sich durch ganz besondere Charakteristika aus. Fest steht auch, dass es sich bei ihm um mehr als nur um einen Trend handelt. Vielmehr ist es zahlreichen Arbeitnehmern heutzutage wichtiger denn je, sich im Arbeitsalltag auf einen kooperativen Umgang verlassen zu können.
Hierbei gilt es, zu berücksichtigen, dass „kooperativ“ hierbei nicht „kumpelhaft“ oder Ähnliches bedeutet. Im Idealfall bleibt selbstverständlich eine professionelle Arbeitsatmosphäre gewahrt. Die folgenden Abschnitte zeigen auf, worauf es hierbei zu achten gilt, durch welche Eigenschaften sich der kooperative Führungsstil auszeichnet und warum es sich lohnen kann, sich als Mitarbeiter mit Weisungsbefugnis hieran zu orientieren.
Kooperativer Führungsstil: Was ist das eigentlich?
Die Definition des kooperativen Führungsstils ist eigentlich klar: Grundsätzlich geht es hier darum, in einer partnerschaftlichen Art mit seinen Arbeitnehmern zu arbeiten. Dies kann unter anderem bedeuten, dass die Mitarbeiter in wichtige Entscheidungen des Unternehmens einbezogen werden und sich dementsprechend einbringen können.
Auf der Basis des kooperativen Führungsstils werden Entschlüsse oft als Mehrheitsentscheidungen getroffen. Gleichzeitig wäre es falsch, anzunehmen, dass Vorgesetzte, die auf den kooperativen Führungsstil setzen, einen grossen Teil ihrer Macht aus der Hand geben würden. Dies ist definitiv nicht der Fall. Auch beim kooperativen Führungsstil gibt es klare Richtlinien und Vorgaben. Am Ende haben die Vorgesetzten immer das letzte Wort – obwohl sie sich im Vorfeld von ihren Mitarbeitern beraten lassen.
Mittlerweile handelt es sich bei dieser Art des Führens um eine Vorgehensweise, die sich vor allem bei jungen, modernen Unternehmen, in denen mitunter zahlreiche Fachkräfte arbeiten, einer besonderen Beliebtheit erfreut. Ziel ist es, die Mitarbeiter zum Engagement zu motivieren und auf diese Weise unter anderem eine besondere Form der Wertschätzung auszudrücken. Hiervon können beide Seiten profitieren. Einerseits erhöht ein kooperativer Führungsstil oft die Mitarbeiterzufriedenheit und die Verbindung zu einem Unternehmen. Andererseits ist es auf diese Weise oft möglich, den Erfolg des betreffenden Betriebes (und damit gleichzeitig den Umsatz) zu steigern.
Was sind die Merkmale eines kooperativen Führungsstils?
Führungskräfte, die sich für den kooperativen Führungsstil entscheiden, legen grossen Wert darauf, sich mit ihren Mitarbeitern austauschen zu können. Daher setzen sie in der Regel auf eine offene Kommunikationskultur. Dies zeigt sich unter anderem anhand der Tatsache, dass sie Entscheidungen meist gemeinsam mit ihren Teammitgliedern treffen und diese nach ihrer Meinung fragen.
Auf dieser Basis führt dann auch eine klare Aufgabenverteilung dafür, dass sich so gut wie jeder in den Prozess eingebunden fühlt.
Weitere typische Merkmale sind unter anderem:
- regelmässige (konstruktive!) Feedbackgespräche
- eine enge Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten
- Teamwork.
Zudem ist im Rahmen des kooperativen Führungsstils unter anderem auch der Umgang mit Fehlern charakteristisch. Diese werden als Chance gesehen, sich zu verbessern und an sich zu arbeiten. Oder anders: Hinter jedem Fehler verbirgt sich eine Chance, sich als Team (oder als Unternehmen) weiterzuentwickeln.
Damit Sie optimal von den Vorteilen des kooperativen Führungsstils profitieren können, ist es wichtig, sich auf die Motivation Ihrer Mitarbeiter verlassen zu können. Diese sollten unter anderem dazu bereit sein, neue Wege zu gehen und Verantwortung zu übernehmen – in den meisten Fällen als Gruppe. Hierbei handelt es sich um eine hervorragende Möglichkeit, im teilweise hektischen Unternehmensalltag auf Nummer Sicher zu gehen. Immerhin sorgt ein Ausfall eines Teammitglieds nicht dafür, dass ein Projekt ins Stocken gerät, wenn sich die Beteiligten die Verantwortung teilen. Spätestens jetzt zeigt sich, warum es so wichtig ist, sich auf sein Team verlassen zu können, wenn es darum geht, den kooperativen Führungsstil vielleicht von Grund auf neu in einem Unternehmen zu etablieren.
Das sind die Vor- und Nachteile
Wie jeder andere Führungsstil hat auch der kooperative Führungsstil Vor- und Nachteile. Wer sich dessen bewusst ist, kann oft noch ein wenig besser einschätzen, ob diese Art der Führung gut zum eigenen Unternehmen passt oder ob es gegebenenfalls ratsam ist, sich auf die Suche nach einer Alternative zu begeben.
Wenn Sie sich für den kooperativen Führungsstil entscheiden, profitieren Sie unter anderem von:
- einer praktischen Verteilung von Verantwortlichkeiten, mit denen es leichter fällt, eventuelle Ausfälle aufgrund von Krankheit oder Kündigung zu kompensieren
- einer (oft deutlichen) Entlastung der Führungskräfte
- einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit
- mehr Engagement innerhalb der Belegschaft
- der Möglichkeit, auf unkomplizierte Weise Fachkräfte zu finden, da es gerade dieser Zielgruppe oft wichtig ist, kooperativ zu arbeiten
- der Chance, Ihre Arbeitgeberattraktivität zu steigern
- vergleichsweise schnellen und unkomplizierten Konfliktlösungen, da alle Beteiligten wissen, wie wichtig es ist, frühzeitig miteinander zu sprechen
- einer gesteigerten Produktivität.
Damit all diese Vorzüge im Idealfall genutzt werden können, ist es ratsam, die eigenen Erwartungen an den kooperativen Führungsstil von vornherein – am besten sogar im Bewerbungsgespräch – zu kommunizieren.
Wichtig ist es in jedem Fall, sich mit Hinblick auf die Frage „Welcher Führungsstil passt zu mir?“ mit den Nachteilen (oder zumindest mit den Herausforderungen) des kooperativen Führungsstils zu befassen. Vor allem die folgenden Punkte werden hierbei relevant:
- Da viele Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess eingebunden werden, dauert es meist etwas länger, bis ein Entschluss feststeht. Dies gilt vor allem dann, wenn es nicht „die eine, perfekte Lösung“ gibt.
- Wer immer wieder über Vorgehensweisen diskutiert, läuft irgendwann Gefahr, sich im Kreis zu drehen.
- Damit die Flexibilität und die Kompetenzen, die die Mitarbeiter geniessen, kanalisiert werden können, braucht es immer mindestens eine Führungsperson, die es schafft, einen kühlen Kopf zu bewahren. Diese sollte unter anderem zwischen den Parteien vermitteln können und Ruhe ausstrahlen. Denn…
- Der kooperative Führungsstil ist vergleichsweise anfällig für Konflikte. Immerhin hat jeder die Chance, aufzuzeigen, wie er sich die perfekte Lösung vorstellt.
Trotzdem bietet der kooperative Führungsstil die Chance, ein Unternehmen auf moderne Weise zu unterstützen und – ganz nebenbei – die Fluktuationsrate zu senken. Als Arbeitnehmer mit seiner persönlichen Meinung und Einschätzung derart ernst genommen zu werden, ist nicht überall selbstverständlich.