Inhaltsverzeichnis
Der Eintritt der Gen Z auf den Arbeitsmarkt hat für massive Veränderungen gesorgt und gezeigt: Man sollte sich rechtzeitig auf die kommenden Jahrgänge vorbereiten! Grund genug, einen genauen Blick auf die Generation Alpha, die in wenigen Jahren ins arbeitsfähige Alter kommt, zu werfen.
Wer ist Generation Alpha?
Geboren ab 2010 sind die “Alphas” die zweite Generation, die in einer vollständig digitalisierten Welt aufwächst. Wie bei der Gen Z zuvor gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Online und realer Welt. Smartphones, Smart Devices, Augmented Reality und die allgegenwärtige Interaktion mit künstlicher Intelligenz sind der neue Standard. Der Einsatz der Geräte ist für die Gen ɑ natürlicher als viele “handfeste” Tätigkeiten!
Die ständige Verfügbarkeit des Internets und all seiner Ressourcen hat zudem weitreichende Auswirkungen auf das Leben und Arbeiten: Bildung ist online, ortsunabhängig und kostengünstig verfügbar. Durch die vollständige Vernetzung sind zudem Informationen jederzeit abrufbar. So wächst mit den Alphas die bisher am besten ausgebildete Generation heran.
Auch in Sachen Inklusion übertreffen sie ihre vorhergehende Jahrgänge bei weitem! Sie wachsen in einer Welt aus unterschiedlichsten Lebensentwürfen, sexuellen Orientierungen und dekonstruierten Rollenbildern auf. Dies macht sie zur bisher offensten und freiesten Generationengruppe.
Vieles zum Thema Generation Alpha ist aber noch unklar oder kann sich in den nächsten Jahren verändern. Immerhin ist noch etwas Zeit, bis die ersten Bewerbungen dieser Gruppe bei Ihnen eintreffen.
Fragen der Generation Alpha
Künstliche Intelligenz macht in erster Linie kreative, Büro Jobs und strategische Berufe obsolet, während vor allem einfache Tätigkeiten und prekäre Arbeitsverhältnisse auf dem Vormarsch sind. Wird sich diese Entwicklung fortsetzen und wie wirkt sie sich auf den Arbeitsmarkt aus?
Die globale Erwärmung gefährdet die Lebensgrundlage aller Menschen – auch der Alphas. Trinkwassermangel, Missernten und jährliche Hitzewellen mit Zehntausenden Toten sind in Europa bereits heute Alltag. Wie werden sich diese Bedrohungen auf das Leben der zukünftigen Generationen auswirken?
Gen ɑ tritt auf den Arbeitsmarkt, wenn der demografische Wandel seinen Höhepunkt erreicht und die Babyboomer in den Ruhestand treten. Können und wollen sie in diese Fussstapfen treten und welche Veränderungen gehen damit einher?
Erwartungen an die Arbeitswelt
Trotz aller Unwissenheit zu den Zielen, Werten und Bedürfnissen der Gen Alpha lässt sich eines wohl mit Gewissheit sagen: Sie werden die Errungenschaften ihrer Vorgänger nicht ohne weiteres aufgeben! Dazu zählen die Annehmlichkeiten am Arbeitsplatz, die spätestens durch Generation Z zum Standard wurden.
Home- und Anywhere Office sind für die Folgegeneration selbstverständlich. Unternehmen, die die Arbeit von zu Hause oder unterwegs nicht ermöglichen, sinken in der Gunst der neuen Arbeitnehmenden stark. Dennoch sind Räumlichkeiten für gemeinsame Treffen und kreative Meetings weiterhin erforderlich und der Wechsel zwischen On- und Offline-Zusammenarbeit typisch.
Auch die technische Ausstattung muss entsprechend sein, denn ein Verzicht auf die gewohnten technischen Hilfsmittel würde die Arbeit unnötig erschweren. Zudem bestehen auch in Sachen Management und Kollaboration gewissen Anforderung: steile und starre Hierarchien sind überholt und ineffizient. Die Gen Alpha erwartet Führung auf Augenhöhe und glänzt in der flexiblen Zusammenarbeit.
Dies äussert sich auch im Wunsch nach persönlicher Freiheit, sowohl bei der kreativen Ausführung der Arbeit als auch bei Arbeitszeitmodellen: flexible Lösungen mit Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit sind auch für die Generation Alpha die Regel.
Herausforderungen für Unternehmen
Viele Unternehmen haben mit den ersten Arbeitnehmenden aus der Gen Z einen starken Umbruch gespürt. Die gute Nachricht lautet: Gen ɑ führt diesen Wandel konsequent fort. Die Firmen können also grob auf dem eingeschlagenen Pfad bleiben, müssen den begonnenen Weg aber konsequent und zielstrebig weitergehen.
Dies äussert sich vor allem in der Wertschätzung der Mitarbeitenden. Sie kommt im Umgang, aber vor allem im Gewähren von Freiheiten zur kreativen Problemlösung und Zusammenarbeit zum Einsatz. Attraktive Arbeitgeber schaffen die Freiräume, die Alphas benötigen, um ihr gewaltiges Potenzial zu entfalten. Dies gilt organisatorisch (flexible Arbeitszeitregelungen, Home-Office …) als auch menschlich (Führen auf Augenhöhe, Coachings und Weiterbildungsmöglichkeiten).
Die Umsetzung stellt dabei vor allem grosse und alteingesessene Unternehmen vor eine erhebliche Herausforderung. Starre Prozesse und steile Hierarchien schrecken bereits die Gen-Z-Arbeitnehmenden ab; die Generation Alpha straft solche Firmen noch konsequenter mit Ablehnung.
Schwierigkeiten bereiten zudem oft Dinge, die auf den ersten Blick wenig mit den Arbeitsbedingungen zu tun haben: Ihr Unternehmen verfügt nicht über eine ausgearbeitete Social Responsibility Strategie und steuert aktiv auf vollständige Klimaneutralität und Nachhaltigkeit zu? Dann wird Ihnen das Recruiting der Generation Alpha schwerfallen!
Sie sind kaum bereit, ihre eigenen Ideale für ein Unternehmen aufzugeben. Diversity im Recruiting, Umweltschutz und soziale Verantwortung sind zentrale Werte, die sich eine Firma auf die Fahnen schreiben sollte, um Gen ɑ anzuziehen. Aber Achtung: Mit Lippenbekenntnissen ist es nicht getan! Die vernetzten und medienkompetenten jungen Menschen durchschauen Greenwashing und leere Worte sofort. Nur Authentizität hilft Ihnen dabei, sie zu überzeugen.
Chancen durch Gen Alpha
Doch es gibt auch grosse Vorteile, durch die das Recruiting der Folgegeneration etwas einfacher wird! Gen ɑ ist zum Beispiel durch ein starkes Sicherheitsbedürfnis geprägt – in Anbetracht einer zunehmend unsicheren Welt ist dies kaum verwunderlich. Unbefristete Arbeitsverträge in einem stabilen Unternehmen mit langer Geschichte oder typische Corporate Benefits strahlen plötzlich eine enorme Attraktivität aus.
Punkte wie etwa eine betriebliche Altersvorsorge – die den individualistischen Millennials eher gleichgültig waren – sind nun wieder en vogue. Firmen können mit einem Mix aus Flexibilität und Sicherheit bei der Generation Alpha punkten.